Friday for future - Oder was jeder selbst machen kann

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Friday for future - Oder was jeder selbst machen kann

Ungelesener Beitragvon Maik Thomaß » 25.05.2019, 12:39

Friday for future - Oder was jeder selbst machen kann


Seit einigen Monaten gibt es die Aktion "Friday for future", bei denen freitags Jugendliche auf die Straße gehen, um Politiker zum Umdenken zu bewegen. Auch ich habe mir zu diesem Thema meine Gedanken gemacht und das nicht nur einmal, sondern spätestens dann, wenn das Thema wieder einmal in aller Munde war, so auch heute.



Es sind diejenigen, die derzeit auf die Straße gehen, um für ein Umdenken in der Klimapolitik zu demonstrieren, jedoch genau das Gegenteil von dem machen, was sie fordern. Ich möchte hier nicht alle Jugendlichen auf die selbe Ebene stellen, aber ein großer Teil der gleich angesprochenen sollte über ihr Verhalten nachdenken.

Ich gehe gleich einmal in die Vollen. Während bei der Umweltpolitik ein Umdenken gefordert wird, machen es die meisten Jugendlichen doch genau falsch. Wie viele von ihnen besitzen ein Smartphone, und ich spreche nicht von einem älteren Modell, sondern dem neuesten, was auf dem Markt ist. Das in diesen Geräten neben seltenen Erden und anderen Rohstoffen auch die Produktion im Ausland (zumeist in China) stattfindet, und die Ware über die Weltmeere in die Läden zu zuletzt in die Hände der Jugendlichen gelangen, scheint den wenigsten bewusst zu sein. Dabei fließt neben der Beschaffung der Rohstoffe und die Produktion auch der Transport von China nach Europa und zuletzt Deutschland in die CO2-Bilanz mit ein. Ich denke mal, die wenigsten Jugendlichen, die demonstrieren gehen, machen sich darüber Gedanken.

Hinzu kommt, dass alle schnelles Internet wollen. Dies geht aber nur, wenn die Leistung in den Leitungen ständig ausgeglichen wird. Hochgeschwindigkeitsinternet über viele Kilometer bedeutet Zwischenstationen, in denen die Signale erneut verstärkt werden. Diese Verstärkung der Signale bedeutet aber auch kontinuierlich Strom bereit zu stellen und im Endeffekt zu verbrauchen. Die Bezugsquellen des Stroms sind dabei nicht immer "grün". Dabei sollten die Jugendlichen sich überlegen, wofür sie wie demonstrieren und was sie selbst gegen hohe CO2-Ausstöße machen können.

Jeder Einzelne, nicht nur Jugendliche kann etwas bewirken und selber machen, damit weniger CO2 erzeugt wird.

Hier ein paar simple Beispiele:

  • Nicht jeder Weg muss zwangsläufig mit dem Auto gefahren werden. Es gibt auch Alternativen wie Fahrrad, Bus und Bahn oder zu Fuß, auch wenn das Auto in erster Linie bequemer ist.
  • Fernsehgeräte, Computer und andere Geräte, die per Fernbedienung ausgeschaltet werden können oder im Stand-by sind, sind wahre Stromfresser. Klar 1 Watt klingt erst einmal nicht viel, aber es summieren sich im Haushalt die Stand-by-Geräte und das über den Tag, die Woche, den Monat, das Jahr verteilt bedeutet einiges an Verbrauch.
  • Thema Beleuchtung: Die Glühlampe ist weg, dann sollte die Alternative "Halogenlampe" heißen, welche genau genommen eine Weiterentwicklung der Glühlampe ist. Energiesparlampen sind auch schon aus der Mode. Heutzutage lassen sich fast alle Lampen mit LED-Lampen bestücken und die sind von der Lichtfarbe schon sehr nah an der Glühlampe. Der Vorteil: Neben Einsparungen beim Stromverbrauch haben sie eine deutlich höhere Lebenserwartung als Glühlampen (etwa das 20 bis 30-fache), Halogenlampen (etwa das 10-fache) oder Energiesparlampen (etwa das Doppelte bis Dreifache).
  • Thema Konsum: Ein Beispiel habe ich oben schon angesprochen: Es muss nicht immer das neueste vom neuesten sein. Es geht, in dieser zur digitalen Welt mutierenden Gesellschaft, auch mit älteren Geräten. Refurbish oder zu deutsch wieder aufgearbeitete und generalüberholte Geräte sind fast genau so gut, wie die neuesten technischen Errungenschaften und bewirken, dass aus einer Wegwerfgesellschaft eine tatsächliche Wiederverwertungsgesellschaft werden kann.
  • Weiter beim Thema Konsum: Wer sich etwas kauft, sollte nicht nur auf den Preis achten. Gerade bei technischen Geräten könnte ein Vergleich über Schrott und Qualität entscheiden. Wer auf Qualität setzt muss nicht immer mehr bezahlen. Manchmal hilft auch ein Vergleich zu gleichwertigen Produkten, die keinen Markennamen tragen, oftmals aber als billigere Alternative von großen Marken auf den Markt gebracht werden.
  • Beim Thema Konsum sollte auch auf Regionalität geachtet werden. Gerade bei regionalen Produkten und Saisonwaren lohnt es sich. Die Transportwege sind kürzer und somit auch der Ausstoß an CO2. Und der positive Nebeneffekt: Einheimische Produzenten werden sogar noch unterstützt.

Diese Liste ist noch nicht vollständig und wird bei Bedarf auch erweitert. Jeder kann etwas dazu beitragen, damit unsere Welt sauberer wird. Demonstrieren ist das eine, das andere ist, das jeder etwas macht. Jeden Tag leben wir in gewohnten Abläufen. Diese lassen sich nur schwer abstellen, sei es die Bequemlichkeit oder die Gewohnheit. Aber was passiert denn, wenn wir einmal das Auto stehen lassen? Geht davon die Welt unter? Nein, sie dreht sich weiter. Und wer es sportlich sieht und einmal mobil ist ohne gleich das Auto zu nehmen, wird sehen, wie gut es tut. Auch kleine Dinge machen das Leben schöner. Bewegung an der frischen Luft, sei es zu Fuß oder mit dem Fahrrad, ist zweifach gut. Der Ausstoß von CO2 ist null und die Gesundheit wird es danken.

Ich selbst spreche aus Erfahrung: Ein bisschen Sport am Tag und Bewegung an der frischen Luft tut nicht nur gut, sondern gibt auch ein schönes Gefühl. Und die Umwelt, die im Auto nur an uns vorbeizieht, nehmen wir gleich anders wahr.

Für den einen oder anderen mag das alles etwas lapidar klingen und mancher mag sagen "Wenn es andere machen, brauche ich es nicht zu machen". Aber gerade die, die jetzt wie auch immer meckern, sind die, die am Schluss sagen "Hätte ich es mal anders gemacht".

Ps: Das war noch nicht alles, es folgt noch mehr. Bis demnächst in einer Fortsetzung!
Redaktion Maik Thomaß

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