Arbeitsmarkt entwickelt sich gut – Weitere Projekte für Integration

Arbeitsmarkt entwickelt sich gut – Weitere Projekte für Integration

Ungelesener Beitragvon Maik Thomaß » 31.05.2016, 13:43

Arbeitsmarkt entwickelt sich gut – Weitere Projekte für Integration

Schwerin - Arbeitsministerin Birgit Hesse hat sich am Dienstag erfreut über die jüngste Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gezeigt. „Mit einer Arbeitslosenquote von 9,5 Prozent ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 0,5 Prozentpunkte zu verzeichnen. Erstmals liegen wir damit in einem Mai unter 80.000 Arbeitslosen. Und das obwohl jetzt verstärkt Flüchtlinge unter den Arbeitssuchenden sind“, sagte Hesse.

Obwohl insbesondere in der Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGBII) ein starker Zugang durch Schutzberechtigte zu verzeichnen ist, sank die Zahl der Empfänger von Grundsicherungsleistungen um etwa fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. „Ohne den Zugang von Schutzberechtigten wären sogar etwa neun Prozent weniger Personen auf Grundsicherungsleistungen angewiesen.

Im Detail: Im April wurden in Mecklenburg-Vorpommern 7.000 Schutzberechtigte durch die Agenturen für Arbeit und Jobcenter betreut. Syrer hatten mit einer Anzahl von 5.700 Personen den größten Anteil (81%). Bei den Agenturen für Arbeit wurden mit 900 gegenüber dem Vorjahresmonat 850 Schutzberechtigte mehr betreut. Bei den Jobcentern erfolgte ein Anstieg um 4.800 auf 6.100 Schutzberechtigte. „Für die vorwiegend jungen Menschen, die in unser Land kommen, muss eine nachhaltige Aus- und Fortbildung und nicht die schnelle Vermittlungen in Helfertätigkeiten das Ziel sein“, so Hesse.

Die Ministerin machte deutlich, dass für sie weiterhin Arbeit ein wichtiger Schlüssel für die Integration in die Gesellschaft ist. „Wer schnell in den Arbeitsprozess eingebunden ist, lernt schneller die Sprache. Der Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen, das Gefühl gebraucht zu werden und einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen und der geregelte Tagesablauf erleichtern es, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden“, so Hesse.



Die Ministerin verwies auf verschiedene Projekte, die vom Land gefördert werden und bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt helfen. Besonders hob sie dabei das „Health and Care Office“ (HCO) in Neubrandenburg hervor. HCO ist die zentrale Ansprech- und Servicestelle für zugewanderte Gesundheitsberufler und das Gesundheitswesen in Mecklenburg-Vorpommern. Ziel ist es, eine qualifikationsadäquate Beschäftigung zu ermöglichen, Fachkräfte für unser Gesundheitswesen zu gewinnen und in unserem Land zu binden.

Aktuell sind 143 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (37 Frauen, 106 Männer) in das Projekt aufgenommen. Davon stammen 75 Prozent aus Syrien. Etwa 60 Prozent der Teilnehmer sind Ärzte der verschiedenen Fachrichtungen, 14 Prozent sind Apotheker und knapp 13 Prozent haben eine Ausbildung in der Krankenpflege. Darüber hinaus sind aber auch z.B. Physiotherapeuten, Hebammen oder Technische Assistenzberufe vertreten.

„Insbesondere bei diesen Berufsbildern wissen wir aus vorherigen Erfahrungen, dass die Vorqualifizierungen und mitgebrachten Nachweise in der Regel sehr gut sind und es vor allem darum geht, schnell die deutsche Sprache zu erlernen und die Anerkennungsprozesse zu beschleunigen“, sagte Hesse. Es gehe darum, beide Seiten des Arbeitsmarktes zusammenzubringen. Auf der einen Seite also die Flüchtlinge. Auf der anderen Seite die Gesundheitseinrichtungen, die Praxen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, und Apotheken. „Es handelt sich um eine klassische Win-Win-Situation. Beide Seiten profitieren davon.“

Das Projekt „SLALOM“, das 2014 gemeinsam mit den Jobcentern in den Regionen Rostock, Güstrow und Bad Doberan startete und Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt integriert, wird aufgrund der guten Ergebnisse als „SLALOM +“ landesweit ausgebaut. In dem bisherigen Projekt konnte rund ein Viertel der Teilnehmer in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, geringfügige Beschäftigung oder weitere Anschlussmaßnahmen vermittelt werden.

Bei „SLALOM +“ stehen insgesamt 535 Teilnehmerplätze zur Verfügung. In diesem Projekt werden langzeitarbeitslose Menschen erfolgreich auf eine Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereitet. Neu ist, dass auch Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis und mit Aufenthaltsgestattung und guter Bleibeperspektive an dem Projekt teilnehmen können.

Die Ministerin wies auch darauf hin, wie wichtig die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für die neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger ist. Dabei hilft unter anderem die von und für Flüchtlinge in Waren an der Müritz produzierte Zeitung „Mit der monatlich erscheinenden Zeitung werden Flüchtlingen, die noch nicht über genügend Deutschkenntnisse verfügen, um eine deutsche Zeitung zu verstehen, Informationen zu aktuellen Themen in Politik, Kultur und Gesellschaft angeboten“, sagte Hesse. „Das hilft ihnen, ihren neuen Lebensmittelpunkt besser kennenzulernen und sie haben Orientierung für ihren sozialen Integrationsprozess.“ Das Projekt wird vom Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) mit 8.200 Euro gefördert.
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