Ostseemesse 2017 - Am Ziel vorbei?

Ostseemesse 2017 - Am Ziel vorbei?

Ungelesener Beitragvon Maik Thomaß » 23.02.2017, 15:49

Ostseemesse 2017 - Am Ziel vorbei?


Die Ostseemesse Rostock findet in diesem Jahr vom 22. Februar bis zum 26. Februar 2017 statt. Wie so viele Besucher, begab auch ich mich am Eröffnungstag zur Messe.

Voller Erwartung fuhr ich also zur viel angepriesenen Messe, bei der ich zuletzt Ende der 1990er Jahre, damals noch in Schutow war. Der Gedanke: Die Ostseeanreinerstaaten näher bringen, deren Kultur und Produkte präsentieren. Highlight wie jedes Jahr sollte die Blumenschau sein.



Gut dachte ich, Blumen + Garten + bevorstehendes Frühjahr sind eine gute Mischung. Aber erst einmal auf Anfang. Die gebührenpflichtigen Parkplätze rund um die Hansemesse wurden durch Ordner vergeben. Stolz auch der Parkpreis: 3 Euro für? Ja wie lange man parkt, hängt von der Aufenthaltsdauer ab.

Nun war am 22. Februar 2017 der Eröffnungstag und traditionell der Eintritt frei. Dementsprechend groß war der Andrang, trotz des Tages mitten in der Woche. Von außen wirkt die Messehalle wuchtig und riesig. Drinnen angekommen vergeht dieser Eindruck schnell. Mag daran liegen, dass die Stände teilweise sehr dicht aneinander aufgebaut sind.

Was gibt es zu sehen? Eigentlich so alles, was man mit der Ostsee und deren Anreinerstaaten verbinden könnte und skurriles, was so gar nicht aus der Region kommt.

Meine Erwartung waren zahlreiche Stände zum Thema Garten. Diese fanden sich verteilt über das gesamte Gelände, jedoch habe ich gerade einmal vier Stände gezählt. Während einer aus Skandinavien verschiedenste Blumen, Blütengewächse und Frühblüher anbot, ähnelten die restlichen Stände den in Baumärkten befindlichen Saatabteilungen, in denen jeder Tütchen mit Saatgut kaufen kann.

Was mich verwundert hat, sind die vielen, fast schon 50 Prozent der Stände, die meiner Meinung nach, so gut wie nichts mit der Ostsee und deren Anreinerstaaten zu tun haben. So fanden sich Mobilfunkanbieter neben Konsolenspiele- und Handyzubehörständen, unweit davon wurden Pfannen, Töpfe, Staubsauger und Fensterreiniger angeboten. Auch für Gesundheitsbewusste war gesorgt. Hier gab es gleich zwei konkurrierende Vibrationstrainingsgeräte zu bestaunen.

Natürlich wurde auch fürs leibliche Wohl gesorgt. Ziemlich am Ende der Halle gab es was für den kleinen Hunger und mitten im Gewühl konnte jeder Schafskäse aus den Alpen kaufen. Geografisch gesehen liegen die Alpen ja fast schon in Ostseenähe.

Natürlich gab es auch Reiseangebote für beispielsweise Busreisen oder Kreuzfahrten. Letztere konnten auf Klubschiffen für den kleinen Geldbeutel bis zum Schwerstverdiener sein.

Handwerkskunst wurde aus der Ukraine präsentiert. Wo wir schon bei Kunst sind. Schuh- und Handtaschenliebhaber kommen natürlich auch auf ihre Kosten.

Natürlich war auch für Unterhaltung gesorgt. Neben einer größeren Tribüne präsentierte sich der Norddeutsche Rundfunk auf Kosten des Gebührenzahlers. Allerdings kommt der NDR ja irgendwie auch von der Ostsee, wobei der Hauptsitz dann eher gen Nordsee geht.

Alles in Allem kann ich nur sagen. Wer sich für diverse nicht der Ostsee zuzuordnenden Dinge interessiert, für den mag sich der Besuch der Ostseemesse in Rostock lohnen.

Für alle anderen sage ich aus meiner gestrigen Erlebnistour: Der Besuch lohnt sich nur für den, der sich langweilt oder der gerne umsonst Geld ausgeben möchte. Für mich persönlich sollte es der zweite und letzte, besonders enttäuschende, Besuch der Ostseemesse gewesen sein. Warum? Klar Messen sind kommerzielle Veranstaltungen, jedoch sollten diese Themenbezogen sein und nicht nach dem Motto "Wir haben noch Platz, also nehmen wir alle mit rein, die wollen".

Noch kurz zum Schluss: Aufenthaltsdauer knapp 55 Minuten.
Redaktion Maik Thomaß

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