RSAG - Schneller ans Ziel ab 2016!?

RSAG - Schneller ans Ziel ab 2016!?

Ungelesener Beitragvon Maik Thomaß » 12.04.2016, 17:44

RSAG - Schneller ans Ziel ab 2016!?

Mobil 2016 - So heißt die neue Werbekampagne der Rostocker Straßenbahn AG. Erste Einblicke gewährt das Unternehmen bereits. Als einen Hintergrund sieht die RSAG die steigende Einwohnerzahl und die damit verbundene steigende Nutzung des ÖPNVs. Aber was für Neuerungen gibt es für die Rostockerinnen und Rostocker ab dem 4. Januar 2016?

Wer in Rostock unterwegs ist, kann sich derzeit zufrieden schätzen. Busse und Straßenbahnen bringen alle recht schnell ans Ziel. Aber was gut ist, muss nicht gut bleiben? Wird es besser oder doch eher schlechter?

Bei den Straßenbahnverbindung wird die größte Neuerung sein, dass die Linie 4, derzeit noch von Lichtenhagen nach Dierkow verkehrend, ab Januar 2016, von Dierkow zur Mensa fährt. Damit steuert sie die Stadtteile KTV, Reutershagen, Marienehe, Evershagen, Lütten Klein und Lichtenhagen nicht mehr an, jedoch durch die Lange Straße. Dafür wird die Linie 1, die wochentags nur bis zur Rügener Straße in Lütten Klein fährt, bis zur Mecklenburger Allee in Lichtenhagen verlängert. Auch die Taktfolgen sollen angepasst werden, so dass die Straßenbahnen zukünftig werktags im Zehn-Minuten-Takt rollen werden.

Zum Südblick in der Südstadt verkehrt zukünftig nur noch die Linie 5. Die Linie 2 wird ebenfalls in neuer Linienführung vom Kurt-Schumacher-Ring in Dierkow Richtung Reutershagen fahren, wo sie gleichzeitig ihre Endhaltestelle hat. Sie verkehrt dann nicht mehr durch die Lange Straße sondern über den Hauptbahnhof.

Alle Linien, auch die Linie 3 zwischen Neuer Friedhof und HP Dierkow verkehrt nach den neuen Plänen täglich. Sie wird über den Hauptbahnhof verkehren. Bisher fuhr sie über die Lange Straße und den neuen Markt.

Auch bei den Buslinien sind Neuerungen geplant. So soll es, laut der RSAG zwischen der Innenstadt und Reutershagen auf der Linie 25 eine deutliche Verstärkung geben. Derzeit verkehrt die Linie 25 zwischen Thomas-Morus-Straße Evershagen und Doberaner Platz. In der Neuerung sieht es derzeit so aus, als ob die Linie 25 ab 4. Januar nur noch bis, bzw. ab Markt Reutershagen verkehrt.

Auch die Linie 27 zwischen Markt Reutershagen und Hauptbahnhof Nord wird verkürzt. So soll diese Linie künftig vom Hauptbahnhof Nord nur noch bis zum Klinikum Schillingallee verkehren. Somit würde nur noch eine der derzeit zwei Linien durch Reutershagen verkehren. Allerdings soll das Angebot der Linie 27 auch auf Sonnabend ausgeweitet werden.

Seit der Eröffnung der Straßenbahnen in den Nordwesten Rostocks nach Evershagen im Jahr 2000 und weiter nach Lütten Klein im Jahr 2001 fehlt die Linie 39. Sie war eine wichtige und umsteigefreie Verbindung vom Rostocker Nordwesten in die Südstadt bis zum Hauptbahnhof. Mit der Eröffnung im Jahr 2011 und der Anbindung Lütten Kleins an das Straßenbahnnetz, wurde die Linie verkürzt und schließlich eingestellt. An Stelle der Linie 39 verkehrte die Linie 25 ab Thomas-Morus-Straße über Reutershagen zum Doberaner Platz.

Die Fahrzeiten in die Südstadt, von Lütten Klein kommend, verlängerten sich für die Fahrgäste. Zwar gab es auch hier mit der Straßenbahn keinen Umstieg, jedoch fuhr man erst den langen Umweg über das Stadtzentrum bis zum Südstadt Center und dann weiter zum Südblick. Damit fiel gerade für ältere Menschen die Direktanbindung an den Westfriedhof, den Neuen Friedhof und das Klinikum Südstadt aus. Jetzt hieß es für alle Umsteigen, um ans Ziel zu kommen.

Aus meiner Sicht war die Entscheidung, die Linie 39 zu verkürzen und letztlich ganz einzustellen, die schlechteste Entscheidung. Zur Begründung hieß es damals, dass so wenige Linien (Straßenbahn und Bus) parallel fahren, wie möglich. Nun soll die Linie 39 wieder ihren Betrieb aufnehmen. Sie soll die Stadtteile Schmarl, Lütten Klein, Evershagen, Schutow und Reutershagen miteinander verbinden. Wie die zukünftige Linienführung jedoch genau sein wird, bleibt noch abzuwarten.

Startpunkt und Endhaltestelle wird jeweils der HP Lütten Klein sein. Ob die Linie 39 dann über die Stadtteile Lütten Klein oder, wie die Linie 38 durch Schmarl fahren wird, ist die Frage, auf die es noch keine Antwort gibt.

Weniger ist mehr? Oder doch nicht? Nehmen wir mal an, wir wollen von Evershagen - Thomas-Morus-Str. zur Haltestelle Bei der Tweel. Heute bedeutet dies einmal umsteigen. Rein in die Linie 25 bis Markt Reutershagen, dann umsteigen in die Linie 27. Zukünftig würde es heißen: Zweimal umsteigen bitte. Erst, vorausgesetzt die Linie 39 verkehrt über die Thomas-Morus-Straße, in die Linie 39 bis zum Markt Reutershagen, dann in die Linie 25 bis zum Klinikum Schillingallee und dann weiter mit der Linie 27 in Richtung Hauptbahnhof Nord.

Noch anders wäre die gleiche Strecke, sollte die Linie 39 über Schmarl fahren. Dann müsste man von der Thomas-Morus-Straße in die Linien 1 oder 5 bis zur Haltestelle Evershagen Süd, dann in die Linie 39 bis Markt Reutershagen, ein zweites Mal umsteigen in die Linie 25 und dann zu letzt und zum dritten Mal in die Linie 27. Alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei.

Aber ist das wirklich eine Verbesserung des Angebotes? Es lässt sich streiten. Eine Direktverbindung des Rostocker Nordwestens mit dem Klinikum Südstadt gibt es seit 2001 nicht mehr. Nach den neuen Plänen wird es auch zukünftig diese Direktverbindung nicht mehr geben. Dafür für viele Fahrgäste aufwändigere Umsteigereien nur um an das gewünschte Ziel zu kommen. Gerade Menschen mit Gehilfen oder Kinderwagen sowie für Rollstuhlfahrer sehe ich in Zukunft eher schlechte Verbindungen durch häufigen Fahrzeugwechsel.

Bei den Neuerungen hätten die Planer der Rostocker Straßenbahn AG doch mal mehr auf die Fahrgäste eingehen sollen, oder gar deren Meinung mit eingeholt. Die derzeitigen Planungen sind eher ein Rück- als ein Fortschritt und werden, aus meiner Sicht, eher das Angebot verschlechtern, als verbessern.

Text: Maik Thomaß
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