Mecklenburg-Vorpommern - Das Land der Förderungen

Mecklenburg-Vorpommern - Das Land der Förderungen

Ungelesener Beitragvon Maik Thomaß » 12.04.2016, 16:27

Mecklenburg-Vorpommern - Das Land der Förderungen

Es wird gefördert, was das Zeug hält und das im strukturschwachen Mecklenburg-Vorpommern. Jetzt zum Jahresende wird noch einmal alles rausgeworfen, was übrig geblieben ist. Zeitgleich werden die neuen Förderungen, sei es von der EU oder vom Bund bereits verplant.

Ich selbst habe nichts gegen Förderungen, jedoch sollten sie die erreichen, die es nötig haben oder aus der Region kommen. Ein gutes Beispiel ist die Förderung für eine Flutlichtanlage für die Sportgemeinschaft Blau-Weiß Parum e.V. Auch öffentliche Spielplätze, Kindertagesstätten oder Schulen sind bei Förderungen eine gute Investition.

Was wird aber noch gefördert? Da kommt der Punkt, an dem sich die Geister scheiden. Große private Unternehmen, die Millionen Euro scheffeln, werden hierzulande gefördert. Sie bekommen für alles ein Förderung. Sei es den Bau eines Betriebsgebäudes oder sehr gerne auch für die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Arbeitsplätze werden nur noch mit Förderungen geschaffen. Warum schaffen es millionenschwere Unternehmen nicht, Arbeitnehmer einzustellen und das ohne Förderungen? In Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern läuft was falsch.

Die Unternehmen finden immer gute Begründungen für die Anträge. "Wenn wir keine Förderung kommen, können wir leider nicht hier am Standort bauen und schon gar keine Arbeitsplätze schaffen...", so oder so ähnlich werden Millionen aus den Adern der Öffentlichkeit gezogen.

Was passiert aber mit den Geldern. Sie werden auf großen Fördertöpfen geholt, investiert und dann am Stammsitz des Unternehmens versteuert. Was hat Mecklenburg-Vorpommern davon? Gar nichts! Mittlerweile sind die Regierenden in Mecklenburg-Vorpommern auf den Trichter gekommen. Energieerzeuger aus anderen Bundesländern zu einer Art Steuer für unser Land, die Gemeinden und Kommunen wo beispielsweise Windkraftanlagen stehen, zur Kasse zu beten. Ob das aber was wird, bleibt abzuwarten.

Mein liebstes Beispiel ist die Förderung des Windkraftanlagenherstellers "Nordex". Das ganze Szenario spielte sich vor einigen Jahren ab. Das Unternehmen bekam eine Förderung von über 10 Millionen Euro. Einen Tag später geschah das Wunder. "Nordex" holte einen Riesenauftrag mit einem dreistelligen Gewinn aus Asien an Land. Die Förderung vom Land durften sie natürlich behalten werden.

Es sind ja immer die guten Ideen der Politiker Gelder in die Landeskassen zu spülen, aber scheinbar gelingt es nicht. Da geht es doch leichter, noch mehr große Unternehmen ins Land zu locken, um sich dann mit dem Ruhm zu beweihräuchern, den sie durch die kurzzeitige Aufmerksamkeit erhalten.

Bei vielen kleineren Unternehmen, Vereinen oder denen, die im Land ansässig sind und gerne auch Arbeitsplätze schaffen wollen, scheitern Anträge. Warum? Sie haben keinen großen Namen und sarkastisch ausgedrückt würde ich sagen, sie lassen das Geld im Land. Aber was bringt denn ein großes Unternehmen, das seinen Sitz in einer nicht in Mecklenburg-Vorpommern liegenden Stadt, in die Stadt des Unternehmensstammsitzes bringt? Mecklenburg-Vorpommern geht leer aus.

Es gibt viele Vereine in Mecklenburg-Vorpommern, die seit Jahren versuchen, Fördergelder zu beantragen. Sie brauchen nur einen kleinen Anteil, damit sie ihre Projekte realisieren können, damit sie auch was zur Kultur, unserem Land beitragen können. Viele dieser Vereine erhalten eine Absage nach der anderen.

Stattdessen wird ein großes Netzwerk im Kreis Vorpommern-Rügen gegründet und mal eben zwei Millionen Euro locker gemacht, damit der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern über all dem steht. Aber was wurde mit den zwei Millionen gemacht? Es wurde eine Arbeitsstelle geschaffen, der Rest des Geldes ging in die Entwicklung eines Netzwerkes und in diverse Weiterbildungen und Lehrgänge für die Mitglieder. Bestes Beispiel war vor gut zwei Jahren ein Lehrgang zum Thema "soziale Netzwerke" in Stralsund.

Heute braucht man eigentlich keinen Lehrgang mehr, um in sozialen Netzwerken gut anzukommen. Das kann ganz gut google übernehmen, man muss nur die Zeit finden und sich mit der Thematik auseinandersetzen. Für mich persönlich war das, was dort bei dem Lehrgang in Stralsund gesprochen wurde, eine Wiederholung von Phrasen, die ich bereits tausende Male gehört habe. Diese und andere Lehrgänge wurden aus dem Zweimillionentopf gefördert. Für die Mitglieder des Netzwerkes selbst blieb kaum bis gar nichts übrig.

Deutschland und die einzelnen Bundesländer sollten anfangen, ihre Förderpolitik zu ändern. Es kann nicht sein, dass die reichen Unternehmen immer reicher und mit Förderungen überhäuft werden, und die kleinen Unternehmen zunehmend vom Markt verdrängt werden. Gerade die kleinen Unternehmen sind es, die die Gelder am Unternehmensstandort im Land lassen. Die Großen dagegen spielen die Gelder in andere Bundesländer oder gar ins Ausland. Somit wird in Zukunft die Schere zwischen Arm und Reich nicht nur bei den Bürgerinnen und Bürgern größer, sondern auch bei Unternehmen.

Text: Maik Thomaß
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