wirkaufendeinauto.de oder wirsindaufdummenfang?

wirkaufendeinauto.de oder wirsindaufdummenfang?

Ungelesener Beitragvon Maik Thomaß » 13.01.2018, 13:50

wirkaufendeinauto.de oder wirsindaufdummenfang



Hallo an alle,

habt ihr schon einmal Erfahrungen mit wirkaufendeinauto.de gemacht? Ich erst gestern. Aber von vorne.

Ein Mazda 323F Sporty Bj 2002 sollte verkauft werden. Soweit so gut. Nun ist die Frage: Wo? Die Werbung verspricht "schnell und fair" - dazu gleich mehr.



In zwei Schritten wird das Fahrzeug online vorbewertet. Eingabe der Fahrzeugmarke, des Fahrzeugtyps, der Erstzulassung und dann wird das Angebot per Mail zugesendet.

Dies klappt hervorragend. Nur wenige Sekunden später gibt es einen Preisvorschlag. In diesem Fall 1422 Euro. Danach sollte man nicht mal eben spontan zur Filiale fahren, sondern gleich einen Termin per Mail vereinbaren. Ersteres klappt nicht. Termine gibt es recht schnell. Freitag Voranschlag eingeholt, Montag Termin.

Die Filiale: Sieht man die Werbung, so könnte man vermuten, es gibt tatsächlich ein Gebäude mit Werkstatt, in dem kompetente Mitarbeiter dich empfangen und dein Auto begutachten. Schön wäre es, Werbung und Realität schweifen sehr weit voneinander ab. So war das Bürogebäude ein Baucontainer und die Werkstatthalle ein mit einem Heizpilz gewärmtes Zelt. Wer ortsunkundig ist, fährt auch gerne mehrmals am "Bürokomplex mit Werkstatt" vorbei. So auch in meinem Fall. Zwei kleine Aufsteller auf dem Parkplatz, weit hinter der Einfahrt zeigten mir, hier geht es lang.

Am Baucontainer, ähm ich meine Büro, ein kleiner Zettel. Darauf keine Öffnungszeiten, nur der Hinweis "Büro".



Nun zur Prüfung des Fahrzeugs:
Die Probefahrt: Sie dauerte ganze zwei Minuten, einmal runter vom Parkplatz, rauf auf die Straße, wenden und zurück und dann gleich in die Werkstatthalle.

Aufführung der Extras: Der Mitarbeiter läuft mit einem Tablet-PC rum, fragt nach Extras wie Airbag, ABS, Klima und so weiter. Was er noch eingibt, ist für den potentiellen Kunden nicht ersichtlich.

Fototermin: Für den Verkäufer heißt es jetzt raus aus dem Bild und dann werden von allen Seiten Fotos gemacht. Diese werden dann zur Bewertung weiterer Gutachter nach Berlin geschickt.

Danach heißt es warten, ca 30 Minuten laut Angabe des Mitarbeiters. Währenddessen kommt gleich der nächste Kunde an die Reihe. Zu diesem Fall sage ich nichts.

Nach circa 45 Minuten Wartezeit, in einem Autohaus hätte man etwas angeboten bekommen, sei es Kaffee oder etwas anderes, hier gibt es das nicht, kam das Ergebnis.

"Berlin sagt, mehr als 432 Euro darf ich nicht ausgeben". Begründung: Eine kleine Roststelle und ein nicht vorhandenes Checkheft. Letzteres würde den Kilometerstand von 95000 Kilometern erklären, könnte ja auch gefälscht sein. Und die wichtigste Nachricht zum Schluss. "Der Markt ist nicht da".

Mein Fazit: Dummenfang mit Versprechen, die nicht gehalten werden. 10 oder 20 Prozent weniger als beim Online-Check-Preis sind okay, aber nicht 30 Prozent dessen, was als Lockangebot ausgegeben wird. Ich habe einige Praktiken gelesen, da waren ebenfalls hohe Differenzen zwischen dem online bewerteten und dem, was dann tatsächlich angeboten wird.

Wer sich auf wirkaufendeinauto.de einlässt, sollte sich genau überlegen, sein Auto deutlich unter Werz zu verkaufen. Wichtige, zumindest für mich wichtige Punkte, wie Raucher- oder Nichtraucherauto, Sonderausstattung beheizte Außenspiegel, neuer Keil- und Zahnriemen, fast neue Reifen, frischer Ölwechsel, und so weiter, wurden nicht berücksichtigt, spielen aber in der Bewertung eines Fahrzeugs ebenfalls eine Rolle.

Kompetenter geschulter Mitarbeiter kann jeder werden. Kurze Einweisung in Anklicken von vorgegebenen Details, kurze Probefahrt und Fotos mit dem Tablet-PC machen, bekommt jeder hin. Mehr braucht man nicht und bekommt man nicht. Übrigens, das Angebot über 432 Euro ist fünf Tage gültig und kann dann überall bei wirkaufendeinauto.de eingelöst werden.

Zum Online-Preis. Ich habe heute irgendwo in einer Bewertung gelesen, dass es sich bei dem angegebenen Preis um einen Wiederverkaufspreis handelt. Das ist mit als Verkäufer relativ egal, was der "Wiederverkaufspreis" sein könnte. Ich möchte das Auto verkaufen und nicht wissen, was der Händler letztlich noch bekommt.

Ich würde jedem raten: Finger weg und lieber privat verkaufen oder mehrere Angebote einzuholen.

Vielleicht habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder Gleiches erlebt, dann freue ich mich auf eure Erlebnisse.
Redaktion Maik Thomaß

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