Ein Gedicht zu Corona

Ein Gedicht zu Corona

Ungelesener Beitragvon Maik Thomaß » 17.05.2020, 13:17

Ein Gedicht zu Corona



2020, das Jahr fing gerade an,
da wurde eine Stadt bekannt, genannt Wuhan.
Hier trat etwas merkwürdiges auf,
und es nahm seinen Jahreslauf.
Ein Virus erobert die Welt,
dank Globalisierung ihn keine Grenze hält.
Erst Asien, dann Europa und nun auch Amerika,
der unsichtbare Fein war da.

Reisewarnungen und am Flughafen Fieber messen,
das waren nicht des Virus' Interessen.
Versteckt er im Körper sich,
und breitet sich aus, auch an dich und dich.

Nach und nach steigen die Zahlen der Infektionen,
weltweit betraf es nach vier Monaten Millionen.
Schon im März hatte es Europa im Griff,
Trump sah sich noch nicht auf dem sinkenden Schiff.
"Ich mach die Grenzen für Europäer dicht",
so lachte er dem Virus ins Gesicht.

Statt, wie andere Staaten Vorsorge zu treffen,
Springbreak-Partys, Gottesdienste und Besuche von Tanten und Neffen.
In Europa hieß es ab März alles herunterfahren,
und damit dem Kontinent vor Schlimmeren zu bewahren.
Nach dem Brexit die Hoffnung groß erscheint,
Er bleibt auf dem Festland, der unsichtbare Feind.
Doch auch ins Königreich der ungeliebte Star,
manchmal werden Wünsche eben nicht wahr.

Im März, Deutschland im Schlafe liegt,
über die Wirtschaft hat Corona gesiegt.
Tourismus, Wirtschaft, Gesellschaft, alle liegen im Lockdown,
Wer sich nicht dran hält, verschwindet in Quarantäne hinter einem großen Zaun.
Vier Wochen steht alles fast still, nur weniges läuft fast wie gewohnt,
kaum eine Branche bleibt verschont.

Schon werden sie laut die Stimmen nach Hilfen von Oben,
Wirtschaftshilfe von Milliarden Euro, das werdet ihr loben.
Doch wer bekommt das Geld, das uns versprochen?
Natürlich VW, Mercedes und Audi, denn deren Willen weiterzumachen ist ungebrochen.
Ich vergaß, der Tourismus liegt brach,
Ach was soll's, da hilft die Regierung nach.
Unternehmen, die bereits in der Krise vor der Krise waren,
bekommen Millionen, bevor sie richtig an die Wand ranfahren.

Wo ich gerade bei Krise und Wirtschaft bin,
komme ich nicht um den Fußball hin.
Hier gibt es zehntausende Tests auf Corona,
für die Trainer und die Spieler ist doch klar.
Ein Konzept zum Wiederaufleben der Bundesliga musste her,
egal um welchen Preis, da geht doch mehr.
Auf den Rängen die Trainer mit Mundschutz sitzen,
auf dem Spielfeld sich die Spieler beim Spiel vollschwitzen.
Abstandsgebot beim Spiel muss sein und ist Pflicht,
beim Torejubel gilt dies nicht.

Eine Woche nach Öffnung von Verkaufseinrichtungen,
kam Mund-Nasen-Schutz, denn jetzt sind wir gezwungen.
Nur wie setzt man das Ding richtig ein?
Na klar, über Nase und Mund sollte er schon sein.

Es folgen die ersten Lockerungen in unsrem Land,
da wird im gleichen Atemzug die Grenzöffnung genannt.
Allen voran der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen,
ups, da gibt es doch täglich die höchsten Neuinfektionszahlen.
Sei es drum, die Grenzen müssen frei passierbar sein,
und nicht nur die, auch keine zwei Wochen Quarantäne, denn die bringen alles zum Stocken und das kann es nicht sein.

Verschwörungstheoretiker, Falschmeldungsverbreiter und Regierungsgegner jetzt ganz groß im Kurse stehen,
Tausende Menschen gegen die Verordnung auf die Straßen gehen.
Und wer sich nicht hält an die Versammlungsauflagen,
Wird in München von der Wiesn getragen.
Aber nicht oben genannte Gegner der Verordnungen mischen sich ein,
Auch die AfD kocht mit beim Stelldichein.
So kommt es denen ganz gelegen,
Corona, erfunden und wir sind dagegen.

Und wäre das noch nicht genug,
kommt er gefahren, der nächste Zug.
Die Bahn steckt in der Krise,
aber nicht erst seit Corona, sondern schon vorher in der Miese.
Jetzt sollen rollen 10000 Arbeitnehmerköpfe,
werden sie nicht vom Staat gefüllt die leeren Töpfe.
Kleine Unternehmer haben es besonders schwer,
die Läden waren dicht, es gab keine Kunden mehr.
Doch kommt das Geld hier wirklich an,
oder saugt es auf die Bundesbahn?
Die Großen halten ihre gierigen Hände auf,
und am Ende zahlen die Kleinen drauf.

Und schon vor den ersten Lockerungen,
war Merkel genervt und gab ab ganz ungezwungen,
Jedes Land kann selbst entscheiden,
was geht und was darf noch bleiben.
So macht jetzt jeder sein eigenes Ding nach besten Gewissen,
bis wir erneut vom Virus werden gebissen.
Und alle Lockerungen sind dann oje,
weg und das tut weh.

Aber das ist die Gesellschaft in einer Demokratie,
was in ein paar Wochen kommt, das wissen wir nie.
So können alle ab Pfingsten nach MV reisen und in Cafés sitzen,
und wenns warm ist, am Strand schön schwitzen.
Allerdings nicht, wie gewohnt, Tuch an Tuch,
nur mit Einen-Meter-fünzig-Abstandsgesuch.
Veranstaltungen wird es bis zum Herbst eh nicht geben,
da wollen wir den Deutschlandurlaub neu erleben.
60-Prozent dürfen ins Hotel rein,
Ein Hotelier klagt, das darf nicht sein.
Mehr Urlauber müssen her ins Land und Geld mitbringen,
könnt ihr euch nicht zu höheren Zahlen durchringen?

Sachsen-Anhalt lässt bis nach Herrentag dagegen Kneipen dicht,
begründet dies mit "Saufgelage unterstützen wir nicht".
Ein guter Punkt, denn das muss wirklich nicht sein,
klar doch, in Mecklenburg-Vorpommern lassen wir alle rein.

So hoffe ich die Kurve COVID-19 bleibt recht flach,
sonst kriegen wir alle eins aufs Dach.

Hätt ichs doch glatt vergessen,
die Umwelt dankt es uns, man kann es sogar messen.
Saubere Luft zum Atmen gibt es und einen Himmel so klar,
dank der Flugzeuge am Boden und weniger Verkehr wurde dieses wahr.

Doch was hält die Zukunft für uns bereit?
Gibt es eine "Nach Corona Zeit"
Wird die Welt eine bessere werden,
in der es sich wieder lohnt zu leben auf Erden?
Schon jetzt, in der tiefsten Krise,
gibt es Hass, Gewalt und auch Kriege.
Scheinbar unbeeindruckt was geschah,
sind die alten Gewohnheiten wieder da.

Und Trump sucht einen Schuldigen, die WHO,
hat sie uns doch verschwiegen das Szenario.
Und bevor der US-Präsident wird mit Maske vor der Nation sitzen,
will er lieber Desinfektionsmittel direkt einspritzen.
Frei nach dem Motto, von Außen hilft es gut,
von Innen es das Virus vertreiben tut.

Was wird sich aber im Bezug auf die Zukunft ändern,
Werden wir wieder unbesorgt durch Einkaufsstraßen schlendern?
Den Menschen mit anderen Augen sehen?
Oder weil er hustet mit Knarren auf ihn losgehen?
Werden wir genießen unser lieb gewonnenes Leben,
oder letztlich wieder in Stress- und Ellenbogenverhalten kleben?
Für einen Wandel in der Gesellschaft war Lockdown mit zu wenig Zeit versehen,
wird sich die Welt, nach Monaten wieder so, wie vor der Krise drehen.
Vergessen sind dann alle Vorsätze und alles Leid,
Hauptsache es fließt viel Geld und die Menschen haben wenig Zeit.
Zeit für das, was ohne Krise nicht möglich wäre gewesen,
Zeit für Familie, Sport oder auch Lesen.

So wird sich die Zeit nicht wandeln,
wenn wir das Leben nicht neu verhandeln,
zu schnell sind vergessen von heute die Sorgen,
da kommen ganz schnell neue, demnächst, vielleicht schon morgen.
In diesem Sinne wünsche ich mir,
Viel Gesundheit, Dir, Dir und auch Dir.


Text: Maik Thomaß
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