Fragen zur Verfahrensweise beim Reihengentest

Fragen zur Verfahrensweise beim Reihengentest

Ungelesener Beitragvon Maik Thomaß » 20.01.2017, 17:13

Fragen zur Verfahrensweise beim Reihengentest


Auf welcher Grundlage wird der Gentest durchgeführt?

Durch das Amtsgericht Neubrandenburg wurde am 28.11.2016 ein Beschluss gemäß § 81 h Strafprozessordnung zur Durchführung einer freiwilligen molekulargenetischen Reihenuntersuchung (Reihengentest) erlassen.

Eine Kopie des Beschlusses in ihrer Landessprache kann jederzeit bei dem Abnahmetermin eingesehen werden, da dieser vor Ort ausliegt.



Warum sind sie von dieser Maßnahme betroffen?
Im Zuge der Ermittlungen zum Verfahren Verdacht der versuchten Vergewaltigung wurden Merkmale des unbekannten Täters bekannt. Neben vielen weiteren Personen weisen auch sie bestimmte, auf den Täter zutreffende Prüfungsmerkmale auf. Die konkreten Prüfungsmerkmale sind im Beschluss des Amtsgerichtes
Neubrandenburg aufgeführt und können bei Bedarf gerne nachgelesen werden. Trotz dieser auch auf Sie zutreffenden Merkmale gelten Sie nicht als Tatverdächtiger bzw. Beschuldigter.


Wie erfolgt die Abnahme der Speichelprobe?

Sie nehmen bitte den Termin der Kriminalpolizeiinspektion wahr und begeben sich zur Örtlichkeit, die in der Vorladung genannt wird. Dort werden sie von den
Kriminalbeamten in Empfang genommen und die nachfolgenden Schritte vorgenommen:

1. Sie werden darüber belehrt, dass die Abgabe der Speichelprobe nur mit Ihrem schriftlichen Einverständnis möglich ist. Zu jedem Probanden wird ein vorbereitetes Protokoll gefertigt, auf dem die Personalien der betreffenden Person eingetragen werden und sein Einverständnis zur Abnahme von Körperzellen durch Unterschrift erklärt wird. Sollten sie mit der Abnahme nicht einverstanden sein, wird dies auch schriftlich protokolliert. Sofern ihr Einverständnis vorliegt, erfolgt die Abnahme.

2. Mit einem Wattetupfer erfolgt der Abrieb von Körperzellen aus der Mundschleimhaut. Mit dem Tupfer wird also an der Wangeninnenseite mehrfach abgerieben. Der Tupfer ist vor der Abnahme steril verpackt und wird nach der Abnahme der Körperzellen wieder in das Röhrchen zur Trocknung gesteckt.
Wie wird die Abnahme der Probe registriert? Nachdem Sie ihre freiwillige Bereitschaft zur Abnahme der Speichelprobe erklärt haben, wird das bereits oben benannte Protokoll gefertigt. Auf dieses Protokoll wird ein blauer Klebezettel mit einer 5 oder 6 stelligen Nummer geklebt und ein identischer Klebezettel mit dieser Nummer wird auf das Röhrchen geklebt, in dem sich der Wattetupfer befindet. Die Protokolle zur Abnahme der Probe verbleiben danach bei der Kriminalpolizei. Die entnommenen Proben werden an die benannten Untersuchungsstellen gesandt und dort untersucht.


Was wird untersucht und wo verbleibt die einzelne Probe?

Bei der Untersuchung werden lediglich die DNA Merkmale erhoben, die für eine vergleichende Untersuchung zwischen Probe und gesicherter Tatortspur notwendig
sind. Es erfolgt keine komplette Erhebung der DNA. Nach erfolgter Untersuchung und dem Abgleich mit den gesicherten Spuren der Straftat, teilt die untersuchende Stelle der Kriminalpolizei lediglich mit, ob die abgenommene Speichelprobe mit den Tatortspuren übereinstimmt oder nicht. Der Wattetupfer und das erhobene DNA-Profil werden danach sofort vernichtet. Mit den blauen Klebezetteln auf Tupfer und Protokoll wird sichergestellt, dass das die Untersuchung komplett anonym ist. Das mit der Untersuchung beauftragte Labor (Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern) weiß also nicht, zu welcher Person die untersuchte Probe gehört und die Kriminalpolizei erfährt lediglich ob das Untersuchungsergebnis negativ oder positiv ist.


Was passiert, wenn ich nicht zur Abgabe einer freiwilligen Speichelprobe bereit bin?

In diesem Fall werden Kriminalbeamte mit Ihnen Kontakt aufnehmen, um den Grund Ihrer Weigerung zu prüfen. Sollten sich weitere Ermittlungsansätze gegen Sie ergeben, kann ein konkreter Beschluss zur Abgabe einer Speichelprobe gegen Ihre Person beim Amtsgericht Neubrandenburg beantragt werden.
Redaktion Maik Thomaß

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